Uptime und Verfügbarkeit

Wenn Besucher Ihre Website aufrufen, erwarten sie, dass diese funktioniert. Die Verfügbarkeit, im Fachjargon Uptime genannt, beschreibt, wie oft Ihre Website tatsächlich erreichbar ist. Dieser Ratgeber erklärt die Bedeutung der Uptime, wie sie gemessen wird und was Sie von Ihrem Hosting Anbieter erwarten können.

Was bedeutet Uptime?

Uptime bezeichnet den Zeitraum, in dem ein System oder eine Website erreichbar und funktionsfähig ist. Das Gegenteil, die Downtime, beschreibt Ausfallzeiten. Die Uptime wird üblicherweise als Prozentwert angegeben und bezieht sich auf einen bestimmten Zeitraum, meist einen Monat oder ein Jahr.

Eine Uptime von 99 Prozent klingt zunächst beeindruckend. Bei genauerer Betrachtung entspricht das jedoch über sieben Stunden Ausfallzeit pro Monat. Für professionelle Websites ist das oft inakzeptabel. Deshalb streben Hosting Anbieter deutlich höhere Werte an.

Uptime Werte verstehen

Die Unterschiede zwischen verschiedenen Uptime Werten werden deutlich, wenn man sie in tatsächliche Ausfallzeiten umrechnet.

Uptime Ausfallzeit pro Monat Ausfallzeit pro Jahr Einordnung
99,0% 7 Stunden 18 Minuten 3 Tage 15 Stunden Unterdurchschnittlich
99,5% 3 Stunden 39 Minuten 1 Tag 19 Stunden Akzeptabel für kleine Projekte
99,9% 43 Minuten 8 Stunden 46 Minuten Gut für die meisten Websites
99,95% 22 Minuten 4 Stunden 23 Minuten Sehr gut
99,99% 4 Minuten 52 Minuten Hervorragend
99,999% 26 Sekunden 5 Minuten 15 Sekunden Enterprise Klasse

Die Neunen als Maßstab

In der Branche spricht man oft von den Neunen nach dem Komma. Drei Neunen bedeuten 99,9 Prozent Verfügbarkeit, fünf Neunen stehen für 99,999 Prozent. Je mehr Neunen, desto höher die Anforderungen an Infrastruktur und damit auch die Kosten. Nicht jedes Projekt benötigt fünf Neunen, aber die Erwartungen sollten realistisch sein.

Ursachen von Ausfallzeiten

Ausfälle haben verschiedene Ursachen. Ein Verständnis dieser Ursachen hilft bei der Einschätzung, welche Risiken bestehen und wie man ihnen begegnen kann.

Geplante Wartung

Updates, Sicherheitspatches und Hardware Austausch erfordern manchmal einen Neustart oder eine vorübergehende Abschaltung. Gute Anbieter führen Wartungen zu verkehrsarmen Zeiten durch und kündigen sie vorab an. Bei redundanten Systemen ist Wartung ohne Ausfall möglich.

Hardware Probleme

Festplatten, Netzteile und andere Komponenten können ausfallen. Qualitativ hochwertige Hardware und redundante Auslegung reduzieren dieses Risiko. Ein RAID Verbund etwa verkraftet den Ausfall einzelner Festplatten ohne Datenverlust oder Unterbrechung.

Software Fehler

Fehler im Betriebssystem, im Webserver oder in der Anwendung können Abstürze verursachen. Regelmäßige Updates und sorgfältiges Testen vor dem Einsatz minimieren dieses Risiko. Automatische Neustarts bei Abstürzen begrenzen die Ausfallzeit.

Netzwerk Probleme

Die Verbindung zum Internet kann durch Störungen beim Provider, defekte Netzwerkgeräte oder Kabelschäden unterbrochen werden. Rechenzentren mit mehreren Anbindungen sind besser vor solchen Ausfällen geschützt.

Überlastung

Plötzlicher Besucheransturm kann den Server überlasten. Ohne ausreichende Kapazitätsreserven wird die Website langsam oder gar nicht mehr erreichbar. Load Balancing und Caching helfen, Lastspitzen abzufangen.

Angriffe

DDoS Attacken überfluten Server mit Anfragen und machen sie unerreichbar. Sicherheitsmaßnahmen wie Firewalls und spezialisierte Schutzdienste können solche Angriffe abwehren oder abmildern.

Service Level Agreements

Ein Service Level Agreement, kurz SLA, ist eine vertragliche Vereinbarung über die zu erbringenden Leistungen. Die Uptime Garantie ist typischerweise ein zentraler Bestandteil eines Hosting SLA.

Was SLAs versprechen

Ein typisches SLA garantiert eine bestimmte Mindestverfügbarkeit, etwa 99,9 Prozent pro Monat. Wird dieser Wert nicht erreicht, hat der Kunde Anspruch auf Kompensation. Diese kann als Gutschrift für zukünftige Leistungen oder als Erstattung erfolgen.

Was SLAs oft ausschließen

Lesen Sie das Kleingedruckte sorgfältig. Typische Ausschlüsse betreffen:

  • Geplante Wartungsarbeiten
  • Probleme durch den Kunden selbst verursacht
  • Höhere Gewalt wie Naturkatastrophen
  • Angriffe von außen
  • Probleme bei Drittanbietern

Realistische Erwartungen

Ein SLA garantiert keine absolute Verfügbarkeit. Es definiert, was bei Nichteinhaltung passiert. Die Kompensationen decken selten den tatsächlich entstandenen Schaden. Für geschäftskritische Anwendungen sollten Sie eigene Vorkehrungen treffen, statt sich allein auf das SLA zu verlassen.

Verfügbarkeit messen

Um die tatsächliche Verfügbarkeit zu kennen, muss sie gemessen werden. Website Monitoring übernimmt diese Aufgabe automatisch und kontinuierlich.

Externe Überwachung

Monitoring Dienste prüfen Ihre Website regelmäßig von verschiedenen Standorten weltweit. Sie simulieren echte Besucher und messen, ob die Website erreichbar ist und wie schnell sie antwortet. Diese Perspektive von außen entspricht der Sicht Ihrer Besucher.

Interne Überwachung

Server Monitoring überwacht die Infrastruktur von innen. Es erkennt Probleme mit Hardware, Betriebssystem und Diensten, bevor sie zu Ausfällen führen. Die Kombination aus externer und interner Überwachung bietet ein vollständiges Bild.

Berechnung der Uptime

Die Berechnung ist einfach: Die Zeit, in der die Website erreichbar war, geteilt durch die Gesamtzeit des Messzeitraums, ergibt den Prozentsatz. War Ihre Website in einem Monat 720 Stunden erreichbar und insgesamt 43 Minuten nicht erreichbar, beträgt die Uptime etwa 99,9 Prozent.

Verfügbarkeit verbessern

Mehrere Maßnahmen können die Verfügbarkeit Ihrer Website verbessern. Welche sinnvoll sind, hängt von Ihren Anforderungen und Ihrem Budget ab.

Qualitätshosting wählen

Die Wahl des richtigen Hosting Anbieters ist der erste Schritt. Anbieter unterscheiden sich erheblich in Infrastruktur und Zuverlässigkeit. Recherchieren Sie Erfahrungsberichte und prüfen Sie die angebotenen Garantien. Extrem günstige Angebote gehen oft mit Kompromissen bei der Verfügbarkeit einher.

Redundanz aufbauen

Redundanz bedeutet, kritische Komponenten mehrfach auszulegen. Fällt eine aus, übernimmt eine andere. Bei verschiedenen Hosting Arten ist Redundanz unterschiedlich stark ausgeprägt. Cloud Hosting und Cluster Lösungen bieten von Haus aus mehr Redundanz als einzelne Server.

Content Delivery Network nutzen

Ein CDN verteilt statische Inhalte auf viele Server weltweit. Selbst wenn Ihr Hauptserver ausfällt, bleiben diese Inhalte verfügbar. Manche CDN Dienste können sogar gecachte Versionen der gesamten Website ausliefern, wenn der Ursprungsserver nicht erreichbar ist.

Regelmäßige Wartung

Proaktive Wartung verhindert viele Probleme, bevor sie zu Ausfällen führen. Halten Sie Software aktuell, überwachen Sie den Speicherplatz und prüfen Sie regelmäßig die Funktionalität. Vernachlässigte Systeme fallen häufiger aus.

Notfallplan erstellen

Ein dokumentierter Notfallplan beschreibt, was bei einem Ausfall zu tun ist. Wer ist verantwortlich? Wie werden Probleme diagnostiziert? Welche Schritte zur Wiederherstellung sind nötig? Ein guter Plan verkürzt die Ausfallzeit erheblich.

Verfügbarkeit und Kosten

Höhere Verfügbarkeit kostet mehr. Das liegt an den notwendigen Investitionen in Infrastruktur, Redundanz und Wartung. Die Entscheidung sollte die Kosten von Ausfallzeiten gegen die Kosten für bessere Verfügbarkeit abwägen.

Kosten von Ausfallzeiten einschätzen

Was kostet Sie eine Stunde Ausfall? Bei einem Online Shop lässt sich der entgangene Umsatz berechnen. Bei einer Unternehmenswebsite sind die Kosten schwerer zu beziffern, aber Vertrauensverlust und verpasste Kontakte haben ebenfalls einen Wert. Wägen Sie ab, ob die Mehrkosten für höhere Verfügbarkeit gerechtfertigt sind.

Skalierung der Lösung

Nicht jedes Projekt braucht Enterprise Verfügbarkeit. Ein privater Blog kann gelegentliche Ausfälle verkraften. Ein kritisches Geschäftssystem braucht maximale Zuverlässigkeit. Wählen Sie die Lösung, die zu Ihren Anforderungen passt.

Verfügbarkeit bei verschiedenen Hosting Arten

Die Art des Hostings beeinflusst die erreichbare Verfügbarkeit.

Hosting Art Typische Uptime Faktoren
Shared Hosting 99,5% bis 99,9% Abhängig von anderen Nutzern, begrenzte Kontrolle
VPS 99,9% bis 99,95% Isolierte Ressourcen, eigene Verantwortung
Dedizierter Server 99,9% bis 99,99% Keine geteilte Hardware, Wartung selbst planen
Cloud Hosting 99,95% bis 99,99% Redundante Infrastruktur, automatisches Failover
Managed Hosting 99,95% bis 99,99% Proaktive Wartung durch Experten

Downtime kommunizieren

Wenn ein Ausfall passiert, ist transparente Kommunikation wichtig. Besucher und Kunden schätzen ehrliche Information über die Situation und die erwartete Wiederherstellung.

Statusseite einrichten

Eine separate Statusseite, gehostet bei einem anderen Anbieter, informiert über den aktuellen Zustand Ihrer Dienste. Dort können Sie Ausfälle melden, Updates posten und nach der Behebung Entwarnung geben. Viele Unternehmen nutzen solche Statusseiten als Teil ihrer Kommunikationsstrategie.

Proaktive Information

Bei geplanten Wartungen informieren Sie Nutzer vorab. Bei ungeplanten Ausfällen kommunizieren Sie so schnell wie möglich. Ein kurzes Update, auch wenn Sie die Ursache noch nicht kennen, ist besser als Schweigen. Transparenz baut Vertrauen auf, selbst wenn Probleme auftreten.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Die Uptime einer Website verdient ernsthafte Aufmerksamkeit. Kleine Unterschiede in der prozentualen Verfügbarkeit bedeuten erhebliche Unterschiede in tatsächlichen Ausfallzeiten. Eine informierte Entscheidung für das richtige Hosting und ergänzende Maßnahmen zur Steigerung der Verfügbarkeit zahlen sich langfristig aus.

  • Verstehen Sie, was verschiedene Uptime Werte konkret bedeuten
  • Prüfen Sie SLAs sorgfältig auf Garantien und Ausschlüsse
  • Messen Sie die tatsächliche Verfügbarkeit mit Monitoring
  • Wägen Sie Kosten und Nutzen höherer Verfügbarkeit ab
  • Bereiten Sie sich auf Ausfälle vor und planen Sie die Kommunikation

Weiterführende Informationen finden Sie in unseren Ratgebern zum Website Monitoring, zum Vergleich der Hosting Arten und zu Backup und Datensicherung. Für maximale Verfügbarkeit empfehlen wir unseren ausführlichen Ratgeber zu Hochverfügbarkeit und Failover.